Freitag, 16. April 2010

Eindrücke aus Bogotá (Kolumbien)

Dienstag bis Donnerstag, 13. - 15. April

Die Kirchen in der Region können auf einen siebenjährigen gemeinsamen Prozess zurückblicken. Dieser gemeinsame Weg hat nach Einschätzung der Kirchen verstärkte Interaktion, Zusammenarbeit und wachsendes wechselseitiges Vertrauen hervorgebracht.
Deshalb stand bei diesem Treffen auch die Frage im Mittelpunkt, wie sie die Erfahrungen, die sie als in Gemeinschaft stehende Kirchen in der wechselseitigen Begleitung und Weggemeinschaft gemacht haben am besten weitergeben können.
Im Rahmen des genannten Prozesses ist den Kirchen bewusst geworden, „Unterschiede sind keine Bedrohung, sondern eine Chance, voneinander zu lernen“, so Pfr. Martin Junge, Gebietsreferent für Lateinamerika und die Karibik.

In der Konferenz bereiteten sich die Delegierten auf die 11. Vollversammlung des LWB in Stuttgart vor. Das Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ wurde bei den Andachten, Gottesdiensten und Vorträgen bearbeitet.

Bei den einzelnen Statements der Kirchen war viel von dem Leid und der Wut zu hören, die die Menschen erfahren. Sie müssen hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die ungerechten Strukturen haben aber zur Folge, dass viele inmitten der Fülle von Ressourcen, die Gott schenkt, weiterhin unter vielfältiger Not, einschließlich Hunger, leiden.
Deutlich wurde die Überzeugung hervorgehoben, dass es nach Gottes Plan nie um ‘mein Brot’, sondern immer um ‘unser Brot’ geht. Deshalb, so die Delegierten, ist die Kirche aufgerufen, sich an der Seite derjenigen zu engagieren, die nach wie vor keinen Zugang zum täglichen Brot - zu Unterkunft, Wasser, Nahrung und anderen Grundrechten – haben.

Es hatten aber viele Hoffnungszeichen ihren Platz bei der Konferenz. Gerade dort wo die Kirchen im Sinne ihres ganzheitlichen Missionsverständnisses für die Menschen einstehen und der pastorale Auftrag mit dem diakonischen Auftrag verbunden wird, da wächst Hoffnung. So berichtet Pfarrer Luis Cristóbal von Initiativen in der bolivianischen Kirchen, die den indigenen Völkern helfen, dass sie über den ökologischen Landbau unabhängig von großen Konzernen werden und damit ihre Ernährung sicher stellen. Die Kirche ist vor allem in den ländlichen Regionen unter den Indigenen Völkern aktiv und stärkt ihre Identität. So werden neben der spanischen Sprachen die traditionellen Sprachen gepflegt.
Cristóbal, von den Aymara Indianern und ich auf der Konferenz



Im Rahmen der Regionalkonferenz wurde in einer gemeinsamen Sitzung die Zusammenarbeit von LutheranerInnen und MennonitInnen in Kolumbien geplant. Es war eine Gelegenheit, um sich mit den AnabaptistInnen zu versöhnen, die im 16. Jahrhundert unter anderem auch von lutherischer Seite verfolgt wurden.
In Kolumbien stehen Lutheranerinnen und Lutheraner schon heute in Kontakt mit den Mennoniten und Mennonitinnen, da sie das überzeugte diakonische Engagement für die Bevölkerung verbindet, die unter Gewalt, Vertreibung und Ausgrenzung leidet.
In einem Gottesdienst gab es einen Moment zur tiefen gegenseitigen Stärkung, damit sie auch in Zukunft als Brückenbauende und Friedensstiftende im kolumbianischen Kontext und in der gesamten Region Zeugnis ablegen können.

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