Dienstag, 13. April 2010

Ein Tag in Charata - Chaco - Argentinien

Samstag, der 10. April 10 in Charata

Nach 6 Stunden Fahrt komme ich in Charata an. In der Stadt leben ca. 40.000 Einwohner. Das Einkommen in der Region wird durch Landwirtschaft erworben. Es wird Mais, Sorghum, Soja, Sonnenblumen und Baumwolle angebaut. In der Regel sind es große landwirtschaftliche Güter, die das Land bewirtschaften und für den Export produzieren. Die ärmere Bevölkerung wird als TagelöhnerInnen in der Ernte oder bei der Pflege der Kulturen eingesetzt. Dazu wird über Radio oder Fernsehen ausgegeben, wie viel ArbeiterInnen für einen bestimmten Tag gebraucht werden. Sie werden dann zusammengerufen und auf einem Lastwagen geht es dann zur Arbeit. (Unwillkürlich fallen mir an dieser Stelle einige biblische Beispiele dazu ein) Je nach Arbeitsanfall bleiben die ArbeiterInnen 1 Woche oder länger auf dem Feld und werden dann in cash ausbezahlt.

In dem Projekt „Con el corazón abierto“ in Charata arbeitet Mona, Freiwillige von Mission EineWelt. Jeden Tag bietet sie für die Kinder Kurse in Englisch und im kunsthandwerklichen Bereich an.
Am Samstag ist sie für die Vorbereitung des Frühstücks zuständig. Am Nachmittag gibt es eine kleine Zwischenmahlzeit, die sie ebenfalls herrichtet. Am Vormittag kommen ca. 90 Kinder und Jugendliche, die nach dem Frühstück altersmäßig aufgeteilt werden und Nachhilfeunterricht bekommen. Am Nachmittag sind es ca. 45 Kinder, die ebenfalls von einem Lehrer angeleitet werden und vor allem kleine Kunstwerke basteln.

Die Leiterin des Projekts Sandra Dari kennt alle Kinder beim Namen und wohnte bis vor kurzem auf dem Kirchengelände, das ausreichend Platz für die vielfältigen Aktivitäten des Projektes bietet. Bei einem Rundgang in dem ärmlichen Stadtteil hören wir die Stimmen der Einwohner. Sie sind froh, dass ihre Kinder in dem Projekt gut aufgehoben sind. Sie wissen, dass es dort keine Drogen und Kriminalität gibt. Die ärmeren Familien möchten auf diese Weise ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen. Ob die wirtschaftliche Struktur dies auch zulassen wird, das bleibt dahin gestellt. Denn die Landwirtschaft ist vom Großgrundbesitz geprägt und im Moment leben die LandarbeiterInnen in einer großen Unsicherheit. Sie werden eingesetzt, wenn man sie braucht und haben keine Arbeitsverträge und damit auch keinen Schutz bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit.

In den letzten 7 Jahren war es sehr trocken im Chaco. Manche führen es darauf zurück, dass die Wälder zum großen Teil für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet wurden. Ebenfalls stark angestiegen ist die Krankheit Dengue, die von einer Mücke übertragen wird und einer starken Grippe ähnelt, aber bei mehreren Wiederholungsfällen lebensbedrohlich sein kann.

Auf die Frage, was das Freiwilligenjahr bringt, antwortet mir Mona (Freiwillige in Charata): „Ich habe meine Stärken wahrgenommen“. Sicher ist es was anderes als das, was man / frau in der Schule lernt. Ich bin der Meinung, dass es aber ein wichtiger Teil des Lernprozesses auf dem Weg zum Erwachsenenwerden ist.

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